Hilfsbereitschaft. (Update: Bilder)
Sonntag, 8. Februar 2009 - 00:48 Uhr
Verdammt glatt heute.
So glatt, dass ich es geschafft habe, auf dem Weg von Gievenbeck nach Hause direkt im ersten Kreisverkehr böse auf dem Boden der Tatsachen zu landen. Ein Auto wollte an der Ausfahrt, die ich zu überqueren hatte, rechts abbiegen. Ich beschleunige also, um die Leute schneller nach Hause fahren zu lassen. Einlenken. Zack. Rad rutscht weg. Schulter hat Bodenkontakt. Eine Rolle. Aufstehn.
Erster Schadenscheck. Knie melden Schürfung. Hose mal wieder gerissen. Fahrradlampe sah schonmal besser aus. Kettenschutz hat sich verabschiedet. Kette hängt daneben. Der Fahrer aus dem Auto kommt dazu. Ich sag “Wird schon wieder. Geht schon.” Drehe das Fahrrad um, um die Kette reinzufriemeln. Der Mann geht Richtung Auto.
Nix geht. Hintere Teil des Fahrrads ist total verbogen. Panik. Wen anrufen? Der Fahrer kommt zurück und bietet mir an, mich nach Hause zu fahren. Mit Gewissensbissen und unter Entschuldigungen nehme ich an.
Wir packen das Rad in den Kofferraum (Golf Kombi, glaub ich). Entsetzt stelle ich fest, dass seine Frau auch im Auto sitzt. Na toll, zwei Menschen aufgehalten
Ich quetsche mich auf die Rückbank, entschuldige und bedanke mich auch bei der Frau; der CD-Player spielt Jazz.
“Emsstraße? Schiffahrter Damm? Da kommen wir gerade her…”
Ich bin immer noch ein wenig geschockt. Nähere Untersuchungen zeigen die üblichen Schürfwunden an den Knien, ansonsten körperliche Unversehrtheit. Die Hose har ihre beste Zeit wohl hinter sich. Das Rad dürfte ein wenig Liebe mit Hammer und Zange vertragen, hoffentlich ist da nichts Ernsteres gebrochen.
Und vielen Dank an die beiden netten Menschen, die mich rein aus Hilfsbereitschaft nach Hause gebracht haben. Wirklich außerordentlich nett! Man könnte den Deppen, der einem vors Auto fällt, ja auch einfach in der Kälte stehen lassen. Sehr schön, dass so etwas doch noch selbstverständlich ist, ich werde mir ein Beispiel daran nehmen.
Und nu: Ab ins Bett. Sofern der Adrenalinpegel Schlaf zulässt.
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Hey, hier bloggt Jan Papenbrock. Er studiert Wirtschaftsinformatik an der Uni Münster. Nebenbei erstellt er Webseiten und interessiert sich für SEO.
Es gibt tatsächlich noch Leute, die machen so was. Also in meiner Gegend kommt so was sehr selten vor. Ich dachte immer die Leute sind in jeder Gegend so schlecht drauf und sehen nur sich und nicht die anderen Menschen. Aber es ist sehr schön zu hören bzw. zu lesen, dass es auf unserem Planten auch noch hilfsbereite Menschen gibt, die einem nach so einem Sturz helfen.
PS: Ich hoffe, dass es Ihnen wieder einigermaßen gut geht und alle Wunden und Kratzer beseitigt sind.
Oh ha, das ist ja übelst. Euch beiden ‘Gute Besserung’!
Das schöne Fahrrad!
Na das ist ja nochmal halbwegs gut ausgegangen. Hätte auch schlimmer ausgehen können. Mit Schulter und Bodenkontakt habe ich so meine Erfahrungen… Ich sag nur – 4 Monate…
Wenn man deinen Bericht hier so liest ist man wirklich erleichtert, gerade zu erstaunt über soviel Hilfsbereitschaft. Das kommt, wie viele vor mir breits angemerkt haben, heutzutage in Deutschland nurnoch sehr, überaus selten vor. Ich versuche auch immer überaus hilfsbereit zu reagieren, aber man muss es sich in manchen Situationen erst selbst “beibringen”, auf gewisse Dinge zu achten, da man ansonsten so manches Leid überhaupt nicht bemerkt.