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Silvester 2007 in Berlin

Dienstag, 1. Januar 2008 - 22:16 Uhr

Frohes neues Jahr! Wie schon kurz erwähnt, verbrachte ich den Jahreswechsel in Berlin. Verrückt, ich weiß. Aber auf jeden Fall die Sache wert. Hier folgt nun für alle Gelangweilten Interessierten ein kleiner Bericht, in dem ganz sicher viele Dinge vergessen oder verzerrt dargestellt werden – ich bitte um Verzeihung.

Die Reise beginnt also am 31.12.2007 kurz nach 11 Uhr irgendwo in Münster. Nach etwa 32 Stunden soll sie am selben Ort enden, aber das ist ein späterer Teil der Geschichte, in der es schließlich hauptsächlich um den Inhalt eb
en dieser 32 Stunden geht. Die Hinfahrt verläuft einigermaßen problemlos, bis auf häufige Pinkelpausen (Bier treibt… Bier? Um 12 Uhr mittags?? …). Auf dem Berliner Autobahnring angekommen, verlassen wir diesen zu früh und fahren ewig viel zu weit (Münster hätten wir mit dem Umweg bestimmt komplett durchqueren können), kommen aber schließlich doch an.

Nachdem man sich in einer doch recht engen (da mit Leuten und Schlafsachen vollgestopften – trotzdem natürlich danke an den Host) Wohnung eingefunden hat, steht die nächste existentielle Frage an: Was gibt’s zu essen? Doch halt, wir befinden uns in Berlin, also passen wir die Frage folgendermaßen an: Wo ist der nächste Döner-Laden? Dort angelangt, entschließe ich mich aufgrund diverser Gammelfleisch-Skandälchen doch für Feta anstatt Fleisch. War aber lecker und günstig – 2,00 €, da will man nicht meckern.

Puh, jetz hab ich schon zu dem ganzen unwichtigen Quatsch so viel geschrieben…. tzzz

Wie auch immer, um 23 Uhr machte sich die ganze Meute auf in Richtung Brandenburger Tor, um dort mit Millionen Menschen ins neue Jahr zu feiern. Immerhin noch 60 Minuten bis Mitternacht – sowas nennt sich a) gesunder Optimismus oder b) totaler Irrsinn, aber hey. Um 23:54 Uhr verlassen wir die U-Bahn eine Haltestelle Stadtmitte, laut Host “genau die richtige Stelle, um schnell zum Brandenburger Tor zu laufen”. Eher genau die richtige Stelle, um zwischen schönen, von Fontänen hellbunt erleuchteten Plattenbauten das neue Jahr einzuläuten. (Kleine Anmerkung zu den Fotos: Im Dunkeln ohne Stativ mehrsekündig belichten zu wollen ist schlichtweg unsinnig. Das ist mir durchaus klar, aber man versucht’s ja immer wieder, nicht wahr?)

Mit einer guten Portion Selbstironie (“wir brauchen ja auch noch was, um uns nächstes Jahr zu steigern!!”) machen wir uns dennoch auf zu den Millionen Menschen. Unterwegs verlieren wir einen unserer volltrunkenen, schon leicht aggressiv gewordenen Freunde – dank völlig überlasteter Mobilfunknetze geben wir die Hoffnung, ihn innerhalb kurzer Zeit wieder zu finden, nach etwa einer Viertelstunde auf und ziehen weiter. Unterwegs werden alle entgegenkommenden, nach einflussreichen Mafiapaten aussehenden Menschen mit einem “Frohes Neues!” oder wahlweise auch “Happy New Year!” gegrüßt.

Wir schaffen es tatsächlich noch zum Brandenburger Tor, leider etwas zu spät für das Feuerwerk (t ist ungefähr 1:15 Uhr). Dafür sehen wir noch ne Menge Leute, die zu bekannten Discoklassikern (“For You”, “In The End”, etc) vor einer riiiiiesigen Bühne abzappeln. Und ne andere Menge Leute, die größtenteils stark betrunken vom Platz fort flaniert – oder eben stolpert. Wir schließen uns doch recht schnell jener zweiten Menge an und erreichen die von sehr großen Werbeplakaten (das für “I am legend” ist wirklich sehr sehr groß) gesäumte U-Bahn-Station am Potsdamer Platz.

Apropos U-Bahn: Ich vergaß unseren grandioser Plan, um Fahrtkosten zu sparen, zu erwähnen. Der bestand darin, jeweils ein Ticket zu kaufen, es aber nicht zu entwerten, und dem bohrenden Kontrolleur dann die “ich bin Tourist und dumm”-Schiene aufzulabern. Klappte auch gut – nur, dass Silvester abends keine Kontrolleure mehr mitfahren, sondern eher Rausschmeißer in BVG-Jacken. Beim ersten Anblick (der Bahnfahrt zwischen 23 und 24 Uhr, die zu den Plattenbauten) erschreckte dieser Anblick zwei Mitglieder unseres Grüppchens so sehr, dass sie den Zug verließen – und der halbe Waggon gleich mit :-D Ärgerlich allerdings, dass die Leutchen überhaupt nicht die Karten wollten, sondern nur nervige Alkoholleichen entfernen… also mussten wir noch einen Zug warten, bis sie wieder bei uns waren.

Und mal wieder den Faden verloren…

Übrigens verloren wir auf dem Weg zum Potsdamer Platz noch einen aus unserer Gruppe, der aber nicht sonderlich betrunken war… wir warteten wieder eine Zeit lang, ohne Erfolg. Schon irre, wie schnell man sich verliert. Ich glaube, ich habe recht viel Zeit mit Durchzählen verbracht. Wie auch immer, ein Teil wollte noch weiter in ne komische Disko (irgendwas mit Tempel… RAW-Tempel, oder sowas??), ich bin dann lieber mit der U-Bahn Richtung Wohnung gefahren. Wohlgemerkt in der zweiten U-Bahn, die erste gab nämlich unter der Last des Vollbesetztseins verzweifelt auf.

Die Nacht war auch schön – ständig wollen Leute, dass man ihnen die Tür öffnet, draußen klingen bis 6 Uhr die Kanonenschläge durch die Häuserschluchten (ich weiß ja nicht wie Krieg in echt klingt (zum Glück), aber es hatte irgendwie was davon), und irgendwie liegt man auch nur mit einem Schlafsack auf Holzboden. Um 7:15 Uhr war dann auch der zuerst Verschwundene eingetroffen, das gab etwas Beruhigung.

Am nächsten Mittag folge die Rückfahrt, und Berlin machte uns ein tolles Abschiedsgeschenk: Schnee! Dicke Flocken fielen vom Himmel und blieben liegen – leider auch auf der Autobahn. Also Tempo 60 bis Potsdam, von da gings dann etwas lockerer weiter. Auf dem Weg noch ne schöne Totalsperrung der A2 (Gegenfahrbahn allerdings, trotzdem Stau, durch Gaffer produziert auf unserer Seite) inklusive ner Menge Blaulicht und Helikoptern mitgenommen und dann sehr hungrig (24 Stunden ohne Nahrung… !!) wieder im schönen Münster angekommen.

Es mag hier zwar Provinz sein, und klein, und langweilig – aber das ist mir alles lieber als viele Menschen, große Straßen, Junkies und Idioten und trallalla an jeder Ecke. Trotzdem wars ne gute Sache, wäre wieder dabei!

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3 Reaktionen zu “Silvester 2007 in Berlin”

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  1. Franzi

    Woah……

  2. grobekelle

    Du solltest die Adresse von diesem 5-Sterne Hotel noch nachreichen. Eventl. will ein anderer Berlinbesucher da buchen.

  3. Hans

    Kennt Jemand günstige Pensionen in Berlin? Gerne würde ich mit meiner Freundin mein Weihnachten auch in Berlin verbringen.

    Gruß
    Hans

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